Die Top-5 der nützlichsten Anwendertipps

Tipp 1 - „Miracast“-Einbindung in Windows 10

Der Miracast-Standard dient zur Übertragung von Bildschirminhalten von einem Sender (z. B. Tablet) zu einem Empfänger (z. B. Fernseher). Für die Übertragung wird kein Zugriff auf ein gemeinsames W-LAN-Netzwerk benötigt, die Verbindung wird über den WiFi-Direct-Standard ad hoc realisiert.

Um von einem Gerät den Bildschirminhalt auf ein anderes Gerät zu „streamen“, müssen beide Miracast-fähig sein. Sollte das beim Empfänger nicht der Fall sein, kann mittels Miracast-USB- oder HDMI-Stick eine Verbindung hergestellt werden (besonders bei Monitoren und Fernsehern der Fall).

So kann man aus fast jedem aktuellen Notebook einen Projektor machen, wenn dort Windows 10 installiert wurde und eine kompatible W-LAN-Karte eingebaut ist.

Wie das genau funktioniert? Im Folgenden eine kleine Anleitung anhand eines Beispiels:

Sender ist ein Notebook mit Windows 10 und den technischen Voraussetzungen für Miracast (Lenovo X250), als Empfänger dient ein Samsung Fernseher mit HDMI-Eingang, der mittels "Microsoft Wireless Display Adapter" Miracast-fähig gemacht wird. Der Adapter wird in einen verfügbaren HDMI-Eingang gesteckt und das andere Ende in einen USB-Anschluss zur Stromversorgung (siehe Bild).

Miracast Stick

Jetzt wird am Fernseher auf diesen HDMI-Kanal geschaltet, dort erscheint dann der Willkommensbildschirm des Sticks (siehe Bild).

Miracast Adapter

Auf dem Laptop wird nun die App "Verbinden" gestartet (bereits in Windows 10 enthalten, keine Extra-Installation notwendig).
Die App sucht automatisch nach Geräten, auf denen projiziert werden kann. Mit einem Klick verbindet man die Anzeige und der Laptop-Bildschirm wird je nach Einstellung auf den Fernseher dupliziert oder erweitert.

Tipp 2 - BlueScreenView

Dieses Tool kann einem den IT-Support-Alltag erleichtern, aber auch technisch nicht so versierten Nutzern bei der Fehlersuche helfen.

Jeder wird vermutlich schon mal einen Blue Screen auf seinem PC oder Notebook erlebt haben und stand dann vor der Frage: Was ist die Ursache und wie behebe ich das Problem? Hat man kurz zuvor eine Hard- oder Softwareänderung am Gerät vollzogen, ist dies meistens die Ursache. Was aber, wenn plötzlich ein Fehler auftritt ohne vorherige Veränderung? Die Ereignisanzeige von Windows zu durchforsten ist eine Möglichkeit, aber teils auch sehr aufwendig und unübersichtlich. Das OpenSource-Tool "BlueScreenView" durchsucht alle Mini-Dump-Files von Windows und analysiert diese. Das Programm braucht nicht installiert zu werden, sondern kann portabel genutzt werden. Einfach .exe-Datei ausführen und sich die einzelnen Blue Screens anzeigen lassen.

BSV Minidump

Mit Rechtsklick auf die ausgewählte Dump-Datei kann direkt anhand von Bug-Check-String und verursachendem Treiber im Internet gesucht werden. Der Download ist bei mehreren Anbietern, wie Heise, Chip etc. verfügbar und dort virengeprüft. Alternative Anbieter sollten immer kritisch beäugt werden.

Tipp 3 - Shortcuts

Da es gerade im Shortcut-Bereich sehr viele Listen gibt, möchten wir hier einige nützliche vorstellen. Manche werden diese schon lange kennen, für andere könnten auch neue dabei sein. Schaut einfach mal durch.

Windows-Taste+X: Ruft in Windows 7 direkt das Mobilitätscenter auf (z. B. zum Deaktivieren von Funkverbindungen), in Windows 10 ruft es über dem Startmenü einige Schnellzugriffe auf, wie "Programme und Funktionen", "Eingabeaufforderung (als Administrator)" etc.

Windows-Taste+Pause: Ruft sowohl in Windows 7, als auch in Windows 10 die Systemübersicht auf. Interessant, wenn man schnell den Computernamen und die Domänen-Zugehörigkeit erfahren möchte.

Windows-Taste+R: Hier handelt es sich um den "Run"- also Ausführen-Befehl. Wenn die Bezeichnungen der Systemprogramme bekannt sind, können diese hier eingegeben und sofort gestartet werden. Häufigste Eingabe ist wahrscheinlich CMD für die Kommandozeile in Windows oder MSCONFIG für die Systemkonfiguration.

Windows-Taste+L: Bildschirm sperren.

Windows-Taste+Tab: Alle Programmfenster werden verkleinert auf allen Bildschirmen angezeigt. Hilft, wenn man sich nicht durch die ganze Taskleiste durcharbeiten will, um ein Fenster wiederzufinden.

Windows-Taste+E: Ruft den Datei-Explorer auf.

Windows-Taste+D: Minimiert alle Fenster und stellt sie wieder her bei der nächsten Eingabe des Befehls.

Windows-Taste+I: Ruft die Systemsteuerung auf.

Windows-Taste+K: Ruft in Windows 10 die App "Verbinden" auf (siehe Miracast oben)

Tipp 4 - Screenshots

Wer einen ordentlichen Screenshot machen möchte, kennt das Problem: Womit mache ich es? Ich stelle kurz ein paar systemeigene und -externe Tools vor:

Snipping Tool: Bereits in Windows 7 bis 10 integriert, muss aber erst über das Startmenü gesucht und aufgerufen werden, da es keinen Kurzbefehl gibt.

Snipping_Tool

Windows-Taste+Druck: Kein richtiges Programm, fotografiert jedoch den gesamten Bildschirm und speichert ihn in der Zwischenablage. Der Nachteil: Es werden alle Bildschirme fotografiert, bei mehreren Bildschirmen kann die Datei dadurch sehr breit werden.

Greenshot: Open Source Tool mit umfangreichen Bearbeitungsmöglichkeiten. Das Programm läuft im Hintergrund und kann über die "Druck"-Taste aktiviert werden. Bilder können in der Zwischenablage, aber auch lokal gespeichert werden. Es gibt mehrere Plugins für diverse Programmschnittstellen. Greenshot kann lokal installiert oder auch als portable Version genutzt werden.

Greenshot

Snagit: Kostenpflichtiges Tool mit professioneller Ausstattung. Es können Videos aufgezeichnet werden, Screenshots geplant und sogar Webcam-Inhalte mitgeschnitten und in Videos eingebettet werden. Leider nicht sehr günstig, daher eher im Firmenbereich zu empfehlen.

Tipp 5 - SFC (Systemdateiüberprüfungsprogramm)

Dieses Windows-integrierte Tool ist sehr hilfreich, wenn durch ein fehlerhaftes Update oder eine gescheiterte Installation Systemdateien von Windows beschädigt wurden oder ganz fehlen. Meist äußert sich dies durch einen Blue Screen oder Fehlermeldungen im System. Das Programm ist einfach auszuführen, benötigt aber erhöhte Rechte im Windows (administrativ). Im Windows das Startmenü öffnen und CMD eingeben. Rechtsklick auf die Eingabeaufforderung machen und dort "als Administrator ausführen" wählen. Den Befehl "sfc /scannow" eingeben und bestätigen. Der Scan beginnt dann:

SFC

Sollten defekte Dateien gefunden werden, wird auch eine entsprechende Ausgabe gezeigt:

SFC Ergebnis

Wir hoffen, wir konnten euch einige neue Tipps geben. Wir haben die Tools und Tipps in diesem Beitrag alle selbst ausprobiert und empfehlen daher keine fremdrecherchierten Inhalte. Vielen Dank fürs Lesen!

Tags: Windows 10

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