Akku-Rekalibrierung beim ThinkPad

Wenn ein Akku seine vorgesehene Ladekapazität nicht mehr erreicht, kann eine Rekalibrierung helfen.

Bei einem ThinkPad werden für die Rekalibrierung die Ladeschwellen im Energiemanager entfernt und der Akku voll aufgeladen. Wenn der Akku voll ist, wird im Energiemanager die kritische Akkuspannung auf 3% gesetzt; anschließend wird das Gerät entladen, bis es ausgeht. Dann wird das ThinkPad erneut eingeschaltet und mittels F1 im Bios entladen, bis es wieder ausgeht. Nachdem der Akku zwei bis drei Stunden abgekühlt ist, wird er erneut geladen, am Besten über Nacht. Ist der Akku vollständig geladen, wird das ThinkPad eingeschaltet und im Energiemanager überprüft, ob sich die Werte verbessert haben. Sollte das nicht der Fall sein, wird der gesamte Vorgang wiederholt.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Rekalibrierung des Akkus und weitere Tipps findet ihr hier.


Eigene Erfahrungen

An dieser Stlle möchten wir euch unsere eigenen Erfahrungen mit der Rekalibrierung von Akkus schildern.

Was ist neu?

Die wohl angenehmste Neuerung ist, dass bei dem Energie Manager 6 von Lenovo bereits die Möglichkeit besteht eine Rekalibrierung zu starten. (Achtung, nicht bei allen Windows 10 Geräten ist der Energie Manager verfügbar.)

Während man in der Vergangenheit noch selbst den Akku laden, entladen und wieder laden musste, kümmert sich nun der Energie Manager darum. Desweiteren wird der Akku auch klassifiziert und auf Wunsch könnt ihr einstellen, dass der Energie Manager selbstständig prüft und gegebenenfalls meldet, wenn bei einem Akku eine Rekalibrierung angebracht ist.

Unsere Testumgebung

Zum Testen für diesen Beitrag nutzen wir ein Lenovo ThinkPad T430s. Für die Klassifizierung der Akkus nutzen wir ein eigenes programmiertes Tool. Dieses Tool lässt unser Gerät mit hoher Auslastung laufen und notiert in einer separaten Datei die Zeit, die dieser Test läuft. Das Gerät läuft in diesem Test bis es sich abschaltet. Im Anschluss ist es möglich die Datei auszulesen und so zu erfahren, wie lange unser Gerät gelaufen ist.

Getestet haben wir vier bereits als unzureichend klassifizierte Akkus vom Typ "81+", sowie drei der Ultrabay Akkus vom Typ "43". Für zu Hause könnt ihr euch nun selbst einen Test aussuchen. Vielleicht ein Video im Akkubetrieb anschauen, oder einen Benchmark-Test runter laden und die Zeit messen, wie lange euer Gerät während des Tests läuft bis es ausgeht. Dieser Wert kann als Ausgangwert genommen werden. Somit habt ihr etwas, mit dem ihr die späteren Ergebnisse vergleichen könnt.

Ausgangswerte

Hier zu sehen ist, dass wir zum Testen der Rekalibrierung insgesamt 4 defekte und zwei unzureichende Akkus verwendet haben. Die Definition defekt bedeutet, dass die Laufzeit in unserem Akkutest unter 15 Minuten lag. Was wiederum im normalen Betrieb nur eine Laufzeit von bis zu 30 Minuten bedeuten würde. Zum Vergleich: Die Akkus die wir bei unseren Gebrauchtgeräten dazulegen, bekommen von uns die Klassifizierung "über 45 min". Das bedeutet der Akku hält im normalen Betrieb über zwei Stunden.

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Tabelle 1: die Werte der Akkus vor Durchführung der Rekalibrierung

Manuelle Rekalibrierung

Mit dem Wissen wie eine Rekalibrierung funktioniert, könnt ihr diese manuell durchführen. Dazu müsst ihr als erstes den Akku voll laden. Im nächsten Schritt müsst ihr nun den Akku entleeren. Hier reicht es meistens aber nicht aus, euer Gerät zu nutzen bis es ausgeht.

Denn Windows schaltet die meisten Geräte ab ca. 5% Akku Ladung aus. Wir wollen aber möglichst auf 0% Akkuladung kommen. Nun könntet ihr dies zwar auch im Windows einstellen. Jedoch haben unsere Tests gezeigt, dass sich eine andere Methode etwas besser bewährt hat. Und zwar besteht die Methode darin, euer Gerät im Bios laufen zulassen bis es ausgeht. Ins Bios kommt ihr, wenn ihr beim Starten direkt am Anfang "F1" drückt. Das kann natürlich je nach Akku eine ganze Weile dauern.

Wenn sich euer Gerät nun abgeschaltet hat, wird es erneut komplett aufgeladen. Bei Bedarf kann euer Gerät während des Ladevorgangs normal genutzt werden. Das sorgt jedoch dafür das sich die Ladezeit verlängert. Das Laden sollte nicht unterbrochen werden. Ist der Akku wieder voll habt ihr die Rekalibrierung abgeschlossen.

Möchtet ihr nun wissen, ob es funktioniert hat, nutzt ihr einfach dieselben Methoden, die ihr auch beim ersten Testen der Laufzeit genutzt habt. Sofern keine spürbare Verbesserung feststellbar ist, könnt ihr die Rekalibrierung immer wieder wiederholen. Solltet ihr das nun 4 oder 5 mal gemacht haben und es gibt noch immer keinen Erfolg, könnt ihr von einem Schaden des Akkus ausgehen. Dann ist es ratsam über die Anschaffung eines Ersatz-Akku nachzudenken. Da kann auch ein Blick in unseren Shop helfen. Hier findet ihr eine Auswahl an verschiedenen Akkus.

Rekalibrierung mit dem Energiemanager

Mit dem Energiemanager, der von Lenovo bei vielen Geräten bereits vorinstalliert ist, lässt sich die Rekalibrierung sehr einfach durchführen.

Dazu öffnet ihr den Energiemanager, geht auf den Reiter Akku,  wählt den "erweitert" Modus aus und könnt dann in den Bereich Akku Wartung gehen. Dort gibt es den Bereich "Akku Rekalibrierung" und wiederum dort einen Button zum Starten der Rekalibrierung. Es folgt eine Meldung, dass der Netzstecker nicht gezogen werden darf bis die Rekalibrierung abgeschlossen ist. Den Rest macht euer Gerät von selbst. Euer Gerät kann währenddessen normal weiter benutzt werden. In der Akkuü-Übersicht des Energiemanager wird dann angezeigt, wann die Rekalibrierung abgeschlossen wurde. Eine Info, ob sie erfolgreich war, erfolgt leider nicht. Dazu muss dann erneut ein Test durchgeführt werden.

Unsere Ergebnisse

Nachdem wir nun die sieben Akkus durch die Rekalibrierungen gebracht haben, können wir sagen, dass es bei allen unseren Akkus erfolgreich war. Am besten sind die Ergebnisse der manuellen Rekalibrierung. Das kann jedoch auch definitiv an den Akkus selbst liegen.

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Tabelle 2: die Werte der Akkus nach Durchführung der Rekalibrierung

Fazit

Wir empfehlen vor dem Kaufen eines neuen Akkus grundsätzlich es einmal mit der Rekalibrierung zu versuchen. Unsere Tests waren alle durchweg positiv. Ihr benötigt zwar immer etwas Zeit, in der ihr je nach Herangehensweise euer Gerät teilweise oder auch gar nicht benutzen könnt oder solltet. Aber ihr könnt dadurch teilweise bares Geld sparen.

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  • Allerdings kann der Akku danach auch komplett hinüber sein ..

    Die o.g. Vorgehen mache ich schon länger bei meinen TPs :D .
    Allerdings sollte man sich im Klaren sein ,dass der Akku anschließend eventuell komplett hinüber sein kann ! Dieses habe ich schon selbst erlebt ...
    Trotzdem hilft es meist deutlich mehr aus den (originalen) Akkus an Laufzeit herauszuholen.