Was ist eigentlich ein Ultrabook?

Seit der Markteinführung 2011 haben Ultrabooks immer mehr an Bedeutung gewonnen und gehören heute zu den gefragtesten mobilen Computern überhaupt. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff "Ultrabook" und was macht ein echtes Ultrabook aus? In diesem Blogbeitrag verraten wir es dir!

Ultrabook – eine Definition

Ultrabooks sind besonders dünne, leichte High-End-Notebooks, die mit Intel-Prozessoren ausgestattet sind.

Der Begriff wurde vom Chiphersteller Intel geprägt und auf der Computex 2011 eingeführt. Es handelt sich dabei um eine eingetragene Marke und um die Bezeichnung "Ultrabook" nutzen zu können, müssen Laptops die von Intel festgelegten Anforderungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem eine lange Akkulaufzeit, ein geringes Gewicht und eine gute Performance.

Damit bot Intel erstmals dem bis dahin leichtesten und dünnsten Notebook, dem MacBook Air aus dem Jahr 2008, Paroli. Der Apple Laptop erfüllte zwar bereits alle Kriterien, die Intel an ein Ultrabook stellte, wurde aber aus markenrechtlichen Gründen nicht als solches bezeichnet. Außerdem hat es im Gegensatz zu den eingetragenen Ultrabooks auch kein Windows Betriebssystem.

Ursprünglich war die Einführung der Ultrabooks in drei Stufen geplant, die jeweils mit den Einführungen von Intels Low-Voltage-Prozessorarchitekturen Sandy Bridge, Ivy Bridge und Haswell zusammenfielen. Dabei galten folgende Vorgaben:

Erste Stufe (2011)

  • Max. 21 mm dick
  • Akkulaufzeit von mind. 5 Stunden bei geringer Auslastung
  • Mainstream-Preise von unter 1.000 Dollar ohne Mehrwertsteuer für Einsteiger-Modelle
  • Low-Voltage Intel-Sandy-Bridge-Prozessoren mit max. 17 Watt TDP
  • Fortgeschrittene integrierte Grafiklösungen (Intel HD 3000)

Zweite Stufe (2012)

  • Low-Voltage Intel-Ivy-Bridge-Prozessoren mit 30% höherer Grafikleistung und 20% höherer Hauptprozessor-Leistung gegenüber Sandy-Bridge
  • USB 3.0 oder Thunderbolt, PCI Express 3.0

Dritte Stufe (2013)

  • Max. 18 mm dick bei Displays bis 14 Zoll, max. 21 mm für größere Displays, max. 23 mm für Displays mit Touchscreen oder Convertibles
  • Low-Voltage Haswell-Prozessoren mit max. 15 Watt TDP
  • Neues, erweitertes Stromsparsystem, das im Vergleich zu Sandy-Bridge von 2011 die Hälfte der Energie einsparen soll
  • 6 Stunden Akkulaufzeit bei HD-Videowiedergabe und 9 Stunden im Windows 8-Leerlauf
  • Weitere Eigenschaften: Touchscreen verpflichtend, Intel Wireless Display (WiDi) verpflichtend, Sprachsteuerung, mindestens 1x USB 3.0

Seit 2014 gab es keine neuen offiziellen Vorgaben seitens Intels, dennoch hat sich der Begriff „Ultrabook“ als Bezeichnung für besonders schlanke, schnelle Notebooks etabliert und wird auch weiterhin genutzt.

Notebook vs. Ultrabook – Was sind die Unterschiede?

Wie sich aus der Begriffsdefinition bereits ableiten lässt, sind Ultrabooks nichts anderes als Notebooks, die bestimmte Eigenschaften in sich vereinen. Die wichtigsten davon haben wir hier zusammengetragen.

Äußere Faktoren: Gehäuse, Bildschirm & Anschlüsse

Intel wollte mit der Einführung des Ultrabooks besonders portable, hochwertige Laptops etablieren, daraus ergeben sich diverse Anforderungen an das Design.

Das Gehäuse besteht in der Regel aus leichten Materialien, wie Aluminium, Magnesiumlegierung oder Karbonfaser (wie z. B. bei den ThinkPad X1 Modellen). Das ist zwar keine offizielle Vorgabe von Intel, unterstützt aber das edle Design und begünstigt ein geringes Gewicht.

Zudem dürfen Ultrabooks bis 14 Zoll Displaygröße nur bis zu 18 mm dick sein und auch bei größeren Displays 21 mm nicht überschreiten. Nur bei Touchscreens und Convertibles sind bis zu 23 mm erlaubt. Deshalb sind häufig weniger Anschlüsse verbaut als bei herkömmlichen Laptops und auf optische Laufwerke wird ebenfalls verzichtet. Dennoch müssen auch bei den Anschlüssen einige Anforderungen erfüllt werden, so muss beispielsweise mindestens ein USB 3.0 oder ein Thunderbolt-Anschluss vorhanden sein.

Mittlerweile gehören bei Ultrabooks zwei USB 3.0 Ports, ein Ethernet-Anschluss (adaptiert), ein HDMI-Port sowie ein Kopfhöreranschluss und ein SD-Kartenleser zur Standardausstattung. Einige Geräte verfügen darüber hinaus noch über einen DisplayPort-Anschluss. Klassische Notebooks haben dagegen eine viel größere Anschlussvielfalt.

Von Intel gibt es keine konkreten Vorgaben zur Bildschirmgröße. Dennoch verzichten die Hersteller zugunsten der Mobilität oft auf große Displays. Die meisten Ultrabooks haben daher gerade einmal 13,3 bzw. 14 Zoll Bildschirmdiagonale. Im Gegensatz dazu liegen die Displaygrößen von herkömmlichen Notebooks in der Regel bei 15,6 oder 17 Zoll.

Obwohl es zwischenzeitlich eine Vorgabe von Intel war, einen Touchscreen zu verbauen (siehe oben), konnte sich dieser langfristig nicht durchsetzen. Grund ist, dass die Hersteller immer schlankere Ultrabooks bauen wollten und der Touchscreen ihnen dabei ein Hindernis war. Er nimmt nämlich etwa einen halben Zentimeter der Bauhöhe ein, was auf dem Ultrabook-Markt schon einen signifikanten Unterschied bedeuten kann. Touchscreens finden mittlerweile fast ausschließlich bei Convertibles und 2-in-1 Notebooks Verwendung (z. B. beim ThinkPad X1 Yoga).

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Das Lenovo ThinkPad X270 Ultrabook im Vergleich mit einer Lenovo ThinkPad P52 Workstation.

Die inneren Werte: Prozessor, Grafikkarte, Speicher & Akku

Das wohl wichtigste Ultrabook-Kriterium ist der Prozessor. Dieser muss zwangsläufig von Intel stammen und zu den Low-Voltage- bzw. Ultra-Low-Voltage-Prozessoren gehören, die eigens für diese Notebookkategorie entwickelt wurden.

Diese zeichnen sich durch eine gute Performance bei besonders niedrigem Stromverbrauch aus, sind dafür aber auch weniger leistungsstark als herkömmliche Notebookprozessoren. Die meisten alltäglichen Aufgaben können damit problemlos ausgeführt werden, für rechenintensive Anwendungen wie Gaming, Videobearbeitung und Programmierung sind Ultrabooks aber weniger geeignet.

Aktuelle Ultrabooks laufen mit ULV-Prozessoren auf Basis der Intel Kaby Lake Refresh oder Intel Whiskey Lake Mikroarchitektur. Klassische Laptops können mit einer ganzen Reihe unterschiedlichster Prozessoren ausgestattet sein, vom stromsparenden Einstiegslevel bis hin zu den leistungsstärksten Quad-Core CPUs im Gaming-Bereich. Außerdem ist die Auswahl hier nicht auf Intel-Prozessoren beschränkt.

Aus Platzgründen arbeiten die meisten Ultrabooks mit einem On-Board-Grafikchip, der fest im Prozessor integriert ist und daher wenig Platz und Strom verbraucht. Allerdings bringt er auch weniger Leistung als dedizierte Grafikkarten (z. B. NVIDIA GeForce oder AMD Radeon-Modelle), die in herkömmlichen Notebooks verbaut sind.

Auch was den Punkt Speicher angeht setzen Ultrabooks auf Schnelligkeit. Schnelle SSDs sorgen dafür, dass die Ultrabooks gemäß der Intel-Vorgabe innerhalb von zwei Sekunden aus dem Standby hochfahren und ermöglichen blitzschnelle Wechsel zwischen den genutzten Programmen. Sie sind bis zu dreimal schneller als herkömmliche Festplatten, die mit beweglichen Teilen arbeiten (mehr dazu). Gleichzeitig bieten SSDs aber auch weniger Speicherplatz bzw. diejenigen mit viel Speicherkapazität sind besonders teuer.

Seltener sind Ultrabooks auch mit einer Kombination aus SSD und HDD ausgestattet. Hier wird zusätzlich zu einer HDD eine Cache SSD verbaut, die die normale Festplatte beschleunigt. Alternativ gibt es auch Ultrabooks mit einer Hybridfestplatte (SSHD), die genauso funktioniert. In größeren Laptops, die als PC-Ersatz dienen sollen, sind dagegen meist eher HDDs mit viel Speicherplatz verbaut, auf denen auch große Film- oder Musiksammlungen Platz finden können.  

Da Ultrabooks als mobile Arbeitsgeräte konzipiert sind, wird besonderen Wert auf eine lange Akkulaufzeit gelegt. Hier helfen natürlich der sparsame Prozessor und die schnelle SSD. Gemäß der Intel-Vorgaben von 2013 muss die Laufzeit mindestens 6 Stunden bei HD-Videowiedergabe betragen. Moderne Ultrabooks übertreffen dies aber häufig sogar.

Hersteller werben mit Akkulaufzeiten zwischen 6 und 12 Stunden – Tendenz steigend. Damit sind sie herkömmlichen Laptops oft weit voraus. Allerdings sind die Ultrabook-Akkus aus Platzgründen in der Regel fest verbaut und können nicht einfach herausgenommen oder ausgetauscht werden. Bei klassischen Notebooks sind sie dagegen leicht zugänglich und einfach zu ersetzen.

Der Preis

Angefangen bei günstigen Einsteiger-Modellen um die 200 Euro bis hin zu leistungsstarken Business- oder Gaming-Notebooks und Workstations, die 3.000 Euro und mehr kosten, bewegen sich reguläre Laptops in einem relativ breiten Preisspektrum.

Ultrabooks dagegen sind aufgrund ihrer hochwertigen Ausstattung preislich eher im mittleren bis höheren Segment angesiedelt. So finden sich nur selten Geräte unter 700 Euro. Die meisten Ultrabooks kosten zwischen 1.000 und 2.000 Euro, für High-End Modelle mit Vollausstattung muss allerdings noch etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Die Frage aller Fragen: Was ist besser, Ultrabook oder Laptop?

Ob ein Notebook oder ein Ultrabook besser zu dir passt, hängt entscheidend von deinen Nutzungsgewohnheiten ab.

Benutzt du dein Gerät vorrangig unterwegs und nimmst es häufig mit an unterschiedliche Orte? Dann ist ein Ultrabook in Sachen Portabilität, Schnelligkeit und Akkulaufzeit einfach unschlagbar. Mittlerweile gibt es Ultrabooks auch in immer mehr unterschiedlichen Formen. Dazu gehören Modelle, die speziell auf den Einsatz an Schulen und Unis ausgerichtet sind, Gaming-Ultrabooks oder Convertible-Varianten mit Touchscreen.

Arbeitest du dagegen mehr am Schreibtisch und verwendest häufiger rechenintensive Programme, bist du mit einem klassischen Laptop meistens besser beraten. Sie überzeugen mit einer größeren Auswahl und mehr Leistungsstärke.


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Links:

Die letzten offiziellen Intel Vorgaben für Ultrabooks findest du hier.

Dieser Artikel von ultrabookreviews.com bietet einen hilfreichen Überblick über aktuelle Ultrabook Merkmale.

Computerbild.de hat aktuelle Ultrabooks getestet und verglichen. Hier geht's zu den Ergebnissen.

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